Um Pfingsten herum, waren wir fünf Tage im Elsass unterwegs. Obwohl schon lange überlegt, konnte ich mich nur sehr kurzfristig für die Tour entscheiden und daher nicht wie geplant eine Runde reiten, sondern war eher ZICKZACK unterwegs.

Die Inspiration war die auf alsaceacheval.com skizzierte Strecke zwischen Deutschland und Frankreich, der circuit Palatinat. Unsere Strecke startete in Schleithal -> Merkwiller -> Lembach -> Gebüg (de) -> Lampertsloch -> Schleithal.

Auch wenn es der Anfahrt geschuldet eine etwas längere Tour mit fünf Reittagen wurde, war die schöne Tour zu schnell vorbei. Ich denke, dass es noch Fortsetzungen im Elsass geben wird.

Bienvenue en France – Start in Schleithal

Als Francophiler Mensch habe ich immer so ein seltsames Glücksgefühl, wenn ich die Grenze nach Frankreich überquere – so war es auch diesmal. Um das Gefühl etwas zu intensivieren, war ich schon am ersten Tag kurz in Deutschland Abendessen abholen. Frankreich ist einfach nicht so kalt und seelenlos, und eigentlich wollte ich tatsächlich die ganzen Stationen in Frankreich bleiben, war aber Termintechnisch nicht machbar. So musste ich am 3ten Tag noch einmal nach Deutschland – aber ich muss ehrlich sagen dass diese Station eigentlich die beste war – auf jeden Fall für die Pferde, die eine riesige Koppel hatten.

Aber Schleithal war auch sehr nett, und ordentlich, tolle aufgeräumte Privatkoppel für die Pferde und eine sehr nette bemühte Gastgeberin. Wir haben da auch zwei Mal übernachtet, eine Praxis die ich schon beim Gestütsritt begonnen habe, was sich echt bewährt hat: Anreisen, übernachten und Zurückkommen, übernachten und dann erst abreisen. Zumindest für die Pferde nötig.

Am ersten Tag war es regentechnisch gleich mal herausfordernd. Wir konnten im trockenen Satteln – aber dann ging es gleich mal mit Poncho und Überzieher für das Packpferd los in den Regen. Es sollte sich den ganzen Tag so dahinziehen. Bei unserer Ankunft in Merkwiller gab es etwas Sonne zur Begrüßung, aber die Frage wie der Tag so war bis auf den Regen hat es genau getroffen. Es war immerhin so warm, dass ich unter dem Poncho in T-Shirt unterwegs war.

Merkwiller-Perchelbronn

Die Station war spannend, auf einer ehemaligen Öl Raffinerie gelegen, hatten die Mädels ein Paddock mit Unterstand. Das Pony hat auch gleich die Stelle ohne Steine zum wälzen gefunden, und die Betreiber bemerkten dass sich dort alle Pferde wälzen. Hat mich jetzt nicht so arg gewundert.

Noch spannender war das Hotel bei dem die Übernachtung war. Innen teilweise sehr alt, auch der Flur, und das Zimmer ganz modern.

Lembach

Der Ritt nach Lembach war gelinde gesagt spannend. Ich hatte da noch die Illusion auch kleine Wanderwege zu nehmen, bis ich im ersten fast stecken geblieben bin, Rechts Stacheldraht, links Brombeeren und so eng, dass ich fast nicht absteigen konnte. Die Pferde mindestens 5 Meter auf zuruf zurückgerichtet habe (so tolle Pferde) und dann wieder zurück und einen breiteren Weg.

Am Schluss bin ich gerade mal an der Station vorbeigeritten, weil ich es falsch markiert hatte. Aber letztendlich habe ich sie mit Hilfe eines Anwohners gefunden. Die Telefonnummer war auch falsch notiert – und ich musste anrufen aber habe immerhin verstanden dass sie falsch ist.

Lembach war eine ganz interessante Station, die mir das Gartenhaus zum übernachten angeboten hat. Mir hat es gefallen, direkt neben den riesigen Paddock Boxen für die Mädels. Wegen für Nachts wieder angesagtem Regen gab es nicht die Hangkoppel, das war nett mitgedacht von der Gastgeberin. Bin dann abends zum essen in ein Gasthaus (da habe ich auch erst die falsche Richtung eingeschlagen…) und habe verpasst für morgens Kaffee zu bestellen, die Gastgeberin hat mir aber zwei leckere Croissants mitgebracht. Kaffee habe ich dann abends in Gebüg nachgeholt.

Gebüg

Nach Gebüg hatte ich dann nur noch breite Wege geplant, nur ein kurzes Stück schmal. Und was war? Es war am Schluss so steil, dass ich erstmal abgestiegen bin und als ich fast unten war hätte man zickzack gehen können. Hätte, wenn Dili sich nicht geweigert hätte. Sie wollte gerade runterrutschen, wie am Hamburger Derby Wall – hat es auch durchgezogen bzw. vorgemacht und ich mit dem Pony hinterher. Ging gut. Nix kaputt oder verloren. Ich habe selbst denkende, krasse tolle Pferde.

Der letzte Weg nach Gebüg ging dann knapp am Berg entlang, sicher eine Stunde lang und ich habe die ganze Zeit gehofft, das nichts versperrt ist oder quer liegt. Glück gehabt für diesen Tag, und wir sind unversehrt angekommen.

Dort habe ich dann erstmal Kaffee geordert und natürlich die Kanne ausgetrunken vor dem Abendessen. Sehr nette Gastgeber, die mir lustige Geschichten über die krassesten Gäste erzählt haben. Eine Frau die mit Sack und Pack Richtung Süden unterwegs war um auszuwandern. Wahrscheinlich erzählen sie jetzt den Gästen immer die Geschichte von der alten Frau mit dem Handpferd die das Pony geritten hat.

Lampertsloch

Nach den Vortag, hatte ich die Strecke nach Lampertsloch nochmal umgeplant, breite Wege, nicht wieder durch die Schluchten wo’s Eng wird, Scheiss auf die Burg Fleckenstein. Gerade durch 28 km, perfekt, oder? Es gab Hindernisse. Den Privatwald, und der umgestürzte Baum der das Tal versperrte. Dieser brachte mir einen Umweg von sicher 4 Kilometern ein, da mein Abkürzungsversuch doch zu steil war. Und der Privatwald? Verboten aber sehr ruhig ;-), ich denke mich hat keiner gesehen, bis auf die Highlands.

Unterbringung der Mädels in einem großen Offenstall mit teilweiser Überdachung und Heuraufe und einem halboffenen großen Strohballen. Es war draussen und ich habe es dann mal nicht erwähnt mit der Stauballergie. Die Mädels haben den Ballen über Nacht ordentlich verteilt (sie hatten ja Zeit), gehustet wurde auch nicht. Bingo.

Die wirklich sehr routinierte Gastgeberin hat am nächsten Morgen vor ihrem Abritt mit einer 10 Pferdigen Gruppe nochmal ein Frühstück für uns gezaubert, was mich sehr überrascht hat.

Wir sind dann wieder mal erst los als es scheinbar nicht mehr geregnet hat.

Schleithal

Zurück nach Schleithal, wollte ich erst der empfohlenen Strecke folgen, nette Nebenwege, und ich dachte mir erst wie schön – bis ich dann kurz nach dem Gefahrenschild durch eine Schlammlawine durch musste, was mir einen Hufschuh vom Pony ausgzogen hat. Da wars dann vorbei mit Lustig und ich bin wieder zu meiner geplanten Stecke zurück. Die war garnicht so schlecht und ging den Tag über durch unterschliedlichste Feldwege, wenig Orte, bis dann kurz vor Schleithal nochmal ein Baum quer lag. Umweg ca. 2km, um eine Privatparty herum. Schreiende feiernde Jungs, wahrscheinlich betrunken, war froh als ich vorbei war.

In Schleithal hab ich kurz nochmal geschaut ob ich den verlorenen Hufschuh vom ersten Tag wiederfinde – leider nein – und dann wieder auf die Privatkoppel und in Deutschland Essen holen.

Am nächsten Morgen bin ich dann noch auf Mitbringsel Einkaufstour nach Wissembourg, praktischer Weise war dort gerade ein Handwerker Markt – nur am Ponyreiten habe ich nicht mitgemacht, obwohl ich noch die Reithose anhatte. Ich habe dort super Geschenke gefunden und zum Abschluss bei der dubiosen Tanke einem Franzosen auf französisch erklärt wie das Ding funktioniert – nachdem mir ein Elsässer weitergeholfen hat. Das Französisch ist also doch noch nicht ganz weg. Laissez retourner une fois.

Hier einige Impressionen vom ganzen Ritt